Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

 
 
 
 
 
 
 
 

Höchste akademische Preise verliehen

25 Jahre Exzellenz für nachfolgende Generationen



HKrieg-8316

Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg hat anlässlich des 415. Geburtstages ihres Namenspatrons auf dem Akademischen Festakt, der wichtigsten Veranstaltung der Alma Mater im akademischen Jahr, exzellente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ausgezeichnet.

Im Beisein des Staatssekretärs im Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt, Dr. Jürgen Ude, und zahlreicher weiterer Repräsentanten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur wurden
 

Den Festvortrag hielt Dr. Stefan Rhein, Direktor und Vorstand der Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt zum Thema „Zum Gespräch geboren - Das Politikverständnis Philipp Melanchthons“. Zu Ehren eines ghanaischen Preisträgers war der stellvertretende Botschafter des Landes, Mr. Samuel Henry Dwamen-Yeboah, anwesend. Die Veranstaltung bildete außerdem den feierlichen Auftakt zum akademischen Jubiläumsjahr anlässlich der Gründung der Otto-von-Guericke-Universität vor 25 Jahren.

Forschungspreis 2017



Den 19. Otto-von-Guericke-Forschungspreis, die höchste Auszeichnung der Universität, erhielt der Verfahrenstechniker Prof. Dr.-Ing. Achim Kienle von der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der Universität. Seine wissenschaftlichen Leistungen und hervorragenden Innovationen hätten die Universität Magdeburg national und international sichtbar gemacht, hieß es in der Begründung. Der Verfahrenstechniker befasst sich intensiv mit der Erforschung komplexer dynamischer Systeme. „Dynamik spielt bei chemischen, biotechnologischen, aber auch Energieproduktionsprozessen eine große Rolle“, so Kienle. „Nämlich immer dann, wenn diese Prozesse starken Schwankungen unterliegen oder Störungen auftreten. Um dann eingreifen zu können und die Qualität des Produktes sicherzustellen, braucht man spezielle Methoden und um die kümmern wir uns,“ beschreibt er seinen Forschungsgegenstand. Ein typisches Beispiel sind biologische Zellen, die aus einem weit verzweigten Stoffwechselnetzwerk und einem hochkomplexen Regulationsnetzwerk bestehen, die sie an veränderte Umgebungsbedingungen anpassen, um das Überleben der Zellen zu sichern. Achim Kienle und sein Team wollen diese dynamischen Prozesse im Detail verstehen, beschreiben, simulieren und letztendlich auch beeinflussen können. Zum Beispiel für die Herstellung von Kunststoffen aus Mikroorganismen. In speziellen Verfahren werden Kohlenwasserstoffe so miteinander verbunden, dass ein Produkt mit neuen Eigenschaften entsteht, erklärt Kienle. „Die ähneln dann den erdölbasierten Kunststoffen, sind aber biologisch abbaubar und eine absolut vielversprechende Alternative für die Herstellung von Implantaten und Prothesen in der Medizintechnik.“ Seit 2008 ist Prof. Kienle einer der drei Sprecher des universitären Exzellenzschwerpunktes Dynamische Systeme in Biomedizin und Prozesstechnik.



Lehrpreis 2017



Der 6. Otto-von-Guericke-Lehrpreis wurde an ein Team aus zwei Maschinenbauern und einer Bildungsforscherin vergeben und würdigt verschiedene Aspekte guter Lehre. Dr.-Ing. Hartwig Haase, Dr.-Ing. Henning Strubelt und Katja Richter erhielten den Preis für die fakultätsübergreifende Lehrveranstaltung „Nachhaltigkeit und Mobilität“. Lehramtsstudierende und Logistiker im Master arbeiten im Rahmen einer interdisziplinären Vorlesung gemeinsam am Thema Nachhaltigkeit, bringen unterschiedliche Denkweisen und Perspektiven ein und lernen voneinander, so Henning Strubelt. „Wie bei so vielen Kooperationen ist das Ergebnis mehr als die Summe von Fachwissen. Die Studierenden haben gelernt, Sachverhalte komplexer zu betrachten und im Zusammenhang zu sehen, haben erfahren, wie wichtig es ist, andere Positionen einzunehmen.“ Nachhaltigkeit ist aus der Sicht der Lehrpreisgewinner ein Thema für alle Fakultäten, aller Disziplinen und sollte eigentlich in der Lehre prinzipiell verankert sein. Es müsse so früh wie möglich damit begonnen werden, für das Thema zu sensibilisieren. Die Augen zu verschließen, helfe niemandem, so die Nachwuchswissenschaftlerin Katja Richter. „Gerade Lehramtsstudierende sind künftige Multiplikatoren und haben eine Schlüsselfunktion inne. Sie sollen Schülerinnen und Schüler dafür gewinnen, ihr Leben in Hinblick auf die Zukunft auszurichten, dazu müssen wir sie befähigen.“ Ihre Aufgaben in der Lehre ermöglichten dem Trio vor allem auch, eigene Erfahrung und Wissen weiterzutragen und damit auch wirksam zu werden, so Dr. Hartwig Haase. „Das Thema Nachhaltigkeit beschäftigt mich sehr, weil wir mit den bisherigen Verhaltensmustern nicht mehr weiterkommen. Vor allem meine beiden Enkelkinder erinnern mich stets daran, dass dieser Planet auch für zukünftige Generationen erhalten bleiben muss!“



Eike-von-Repgow-Stipendium



Ein Eike-von-Repgow-Stipendium erhielten die beiden Historikerinnen Alena Katharina Reeb und Katja Bauer. Der Oberbürgermeister, Dr. Lutz Trümper, überreichte ihnen die Auszeichnungen für das Engagement bei der Erforschung der Geschichte und Kultur Mitteldeutschlands. Die Stadt Magdeburg und die Otto-von-Guericke-Universität verleihen seit 2005 im Gedenken an die herausragende Bedeutung Eike von Repgows für die historische Stellung Magdeburgs diesen Preis. Er soll junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die erst am Anfang ihrer wissenschaftlichen Laufbahn stehen, bei der weiteren Auseinandersetzung mit der europäischen Rechtsgeschichte unterstützen.



Klaus-Erich-Pollmann-Forschungsförderpreis



Der Klaus-Erich-Pollmann-Forschungsförderpreis, gestiftet vom Karin-Witte-Fonds, ging in diesem Jahr an die Politikwissenschaftlerin Dr. rer. pol. Nicole Siebold vom Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft. Ihr wissenschaftliches Interesse gilt der Erforschung und Weiterentwicklung des sozialen Unternehmertums, das gesellschaftliche und unternehmerische Ziele nachhaltig verbindet.

Promotionspreis der Fakultäten



Wie schon in den vergangenen Jahren wurden auf dem Akademischen Festakt 2017 auch die besten Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler der neun Fakultäten mit den Promotionspreisen ausgezeichnet. Zu ihnen gehören Dr.-Ing. Anna Igorivna Federova (Fakultät für Maschinenbau), Dr.-Ing. Emmanuel Kwasi Addai (Fakultät für Verfahrens- und Systemtechnik), Dr.-Ing. Robert Dürr (Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik), Dr.-Ing. Pawel Matuszyk (Fakultät für Informatik), Dr. rer. nat. Tobias Windisch (Fakultät für Mathematik), Dr. rer. nat. Judith Wesenberg (Fakultät für Naturwissenschaften), Dr. med. Katharina Wex (Medizinische Fakultät), Dr. phil. Cosimo Mangione (Fakultät für Humanwissenschaften), Dr. rer. pol. Benedikt Mihm (Fakultät für Wirtschaftswissenschaft). Die Promotionspreise für die sogenannten MINT-Fakultäten (Elektrotechnik- und Informationstechnik, Informatik, Maschinenbau, Naturwissenschaften, Verfahrens- und Systemtechnik) werden mit Unterstützung der Karin-Witte-Stiftung finanziert. Der aus Ghana stammende Dr.-Ing. Emmanuel Kwasi Addai erhielt als bester Doktorand außerdem den Otto-von-Guericke-Dissertationspreis 2017 für seine wissenschaftliche Arbeit.

Die Otto-von-Guericke-Verdienstmedaille erhielt in diesem Jahr Dr. Jürgen Zimmermann für sein langjähriges Engagement in der Otto-von-Guericke-Gesellschaft.

Wie bereits im vergangenen Jahr waren die Gäste der Veranstaltung wieder die Ersten, denen die neue Ausgabe des Forschungsmagazins der Universität Magdeburg, GUERICKE`17, überreicht wurde. Auf 100 Seiten informiert die Universität Magdeburg in populärwissenschaftlichen Beiträgen über ihre neuesten Forschungsergebnisse und stellt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in ihrem Alltag vor. Die Beiträge sind demnächst auch in der kostenlos zugänglichen App „GUERICKEmag“ nachlesbar und mit multimedialen Inhalten ergänzt.
Letzte Änderung: 30.11.2017 - Ansprechpartner: Webmaster
 
 
 
 
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Prof. O. Speck und Dr. J. Wesenberg
Prof. O. Speck und Dr. J. Wesenberg